Freitag, 7. Mai 2021
7 einfache Werkzeuge für Dopaminschub
Mittwoch, 5. Mai 2021
Geht Drill auch lustig?
Der Aufmerksamkeitskönig
Schritt 1: Jeder Schüler in der Klasse liefert
eine Information unter Einsatz eines vorgegebenen Satzmusters.
Z.B
- Ich habe gestern ... gegessen.
- Das Musikfestival findet in ... statt.
- Ich bevorzuge ...
- Mein Ausbildungsunternehmen wurde ... gegründet.
- Mein Diagramm liefert Auskunft über ...
Schritt 2: Ein Kandidat versucht so viele Informationen wiederzugeben, wie er behalten konnte. Sobald er eine Information falsch zuordnet oder sich an nichts weiter mehr erinnert, setzt er aus. Der Lehrer zählt die korrekt memorisierten Wiedergaben.
- Sebastian hat gestern Pizza gegessen, Luise hat gestern Pommes gegessen, Stefan hat gestern Salat gegessen, ...
- Lucias Ausbildungsunternehmen wurde im Jahr 1980 gegründet, Maikes Unternehmen wurde im Jahr 1820 gegründet, ...
Der Lehrer
bestimmt, wann das Spiel beendet wird.
Schritt 1: Der
Lehrer verteilt Material das unterschiedliche Lücken aufweist, so dass
unterschiedliche Gruppen, bzw. unterschiedliche Schüler einige Informationen
haben und die fehlenden Daten erfragen müssen. Es sollte mindestens drei unterschiedliche
Vorlagen geben.
Mögliche Anwendungsbereiche: Statistiken oder
Diagramme, Familienbeschreibungen, Stundenpläne, Ortsangaben, Biographien, usw.
Beispiel:
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Alter |
Geburtstag |
Beruf |
Hobby |
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Frau Berger |
29 |
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Industriekauffrau |
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Herr Berger |
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12. Oktober |
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Carolin |
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Großvater |
73 |
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Lesen |
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Alter |
Geburtstag |
Beruf |
Hobby |
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Frau Berger |
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Gartenarbeit |
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Herr Berger |
35 |
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Formel 1 |
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Carolin |
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7.November |
Schülerin |
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Großvater |
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10. Oktober |
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Alter |
Geburtstag |
Beruf |
Hobby |
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Frau Berger |
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21. Januar |
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Herr Berger |
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Programmierer |
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Carolin |
16 |
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Kunstturnen |
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Großvater |
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Zahnarzt |
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Schritt 2: Schüler fragen einen ihrer Mitschüler persönlich nach der konkreten Information. Hat der Befragte sie, teilt er die Information mit, wenn nicht, antwortet er: „Tut mir Leid, das weiß ich nicht.“ Der Befragte darf als Nächster jemanden Fragen.
Beispiel:
Schüler 1: Stefan, wann hat Carolin Geburtstag? Stefan: „Tut mir leid, das weiß ich nicht. Marco, wie alt ist der Großvater?“ Marco: „Der Großvater ist 73 Jahre alt. Silke, wann hat Maike Geburtstag?“
Ratespiele
Schritt
1: Die Schüler stellen anhand einer Reihe von kurzen Satzbaumustern etwas vor.
Mögliche Anwendungsbereiche: Persönlichkeiten/Vorbilder, Erfinder/Erfindungen, Hobbys, Sportarten, Städte/Länder, Unternehmen, bedrohte Tiere usw.
Z.B.
- Mein Tier ist ein ...-tier.
- Es ist ... m lang und ... m hoch.
- Es hat ... Federn/Fell/Haut.
- Es ist ein ...-fresser. Es ernährt sich von ...
- Es lebt in ...
- Meine Stadt befindet sich in ...
- Die Stadt hat ... Einwohner.
- Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind ...
- Sie liegt am ... Fluss/See/Meer
Memory
Mögliche Anwendungsbereiche: Konjunktionen, Verbzeiten, Verben die Ursache und Folge verknüpfen, usw.
Z.B.
- Er sammelt Batterien statt sie in den Müll zu werfen.
- Er öffnet die Fenster statt die Klimaanlage einzuschalten.
- Er kauft Pfandflaschen statt Einwegflaschen zu nehmen.
- Arbeitslosigkeit führt zu Depressionen.
- Mehr Autoverkehr führt zu mehr Luftverschmutzung.
- Die Digitalisierung der Schulbildung führt zur Vertiefung sozialer Unterschiede.
Wollnetz
Schritt 1: Die Schüler sitzen im Sitzkreis und werfen sich nacheinander einen Wollknäul zu, wobei jeder das Ende des Knäuls in der Hand behält. Wer den Knäul empfängt, liefert die Information nach vorgegebenem Satzbaumuster. Dadurch entsteht ein Wollnetz im Sitzkreis.
Beispiele:
- Ich bin der Meinung, dass ...
- In meiner Freizeit ... am liebsten ... /Ich beschäftige mich in der Freizeit gerne mit ...
- Meine Familie besteht aus ...
- Ich interessiere mich für ...
- Stefan ist der Meinung, dass ...
Sonntag, 2. Mai 2021
Relaunch der Drillübungen
Ich ärgere mich seit Jahren darüber, dass ich meinen Schülern zwar Grammatikphänomene
erkläre, (Natürlich immer themenbezogen, aus dem Text herausgearbeitet, ganz brav, wie
es die modernen Wissenschaftler vorschreiben!!) und sie auch in Lückentexten oder durch
Umformungen üben lasse (Wie die Lehrbuchautoren es vorsehen.), aber sobald sie dann
selbst einen eigenen Text verfassen oder einen Vortrag halten, machen sie absolut alle
Grammatikfehler, die ich bereits kurz davor thematisiert hatte.
Kollegen der Sekundarstufe wundern sich immer wieder, dass unsere jungen Sprach-
abenteurer nach 8 Jahren Deutschunterricht immer noch sagen:
Ich habe Tennis gespielen.
Sie ist traurig, weil sie hat eine schlechte Note bekommen.
Der Junge, das ich kennengelernt habe, ist nett.
Am Nachmittag ich mache Hausaufgaben.
Und sie beschuldigen ihre Kollegen aus der Grundschule.
Die Grundstufenlehrer andererseits gestehen keine Schuld. Sie behaupten, sie hätten das
die Schüler gelehrt, aber spielerisch und amüsant, in der Sekundarstufe würde man ihnen
die Freude am Spracherwerb nehmen.
Und da das gegenseitige “Beschuldigungs-Match” keine Verlierer hervorbringt, schiebt man
die Schuld dann auf die Schüler ab, die so faul seien, und nicht lernen würden.
Aber was, wenn es an Automatisierungstraining fehlt? Ist nicht der logische Schritt zwischen verstehen und praktisch anwenden, die Automatisierung?
Seit dem Einmarsch der kommunikativen Ansätze im Fremdsprachenerwerb in den 70er Jahren ist Pattern Drill absolut verpönt. Handlungskompetenz steht seitdem im Mittelpunkt, Alltagsthemen, die für Schüler relevant sein sollen, der kreative und der pragmatische Umgang mit der Sprache. Strukturen wiederholen bis man sie internalisiert, ist nun unerwünscht. Für jeden modernen Fremdsprachenlehrer Tabu! Auch für mich ...
Aber heute traue ich mich zu sagen, dass beide Ansätze sich nicht unbedingt ausschließen, weil ein Zuwachs an Struktur- und Wortschatz-Potential natürlich auch die Handlungskompetenz erweitert. Warum mussten denn sonst Piephos Anhänger nach der kommunikativen Wende den Schülern Redemittel anbieten für ihre Rollenspiele und Gespräche? Nämlich deshalb weil der Fremdsprachler erstmal Srachmaterial braucht, um dann kompetent zu handeln. Und die Gespräche in der Fremdsprache sind erst dann authentisch und frei, wenn der Sprecher unbewusst von Sprachmustern und Wortschatz Gebrauch machen kann, oder? Aber das ist nur eine Überlegung, ich weiss nicht, was mein Methodik Dozent dazu sagen würde.
Ich versuch es also erstmal einmal mit dem Relaunch der Drillübungen. Und vielleicht können sie auch Spass machen. Aber darum gehts erst im nächsten Beitrag...
